Nachdem ich im April von meinem Trip nach Südamerika wiedergekommen bin, war bei mir das Reisefieber mal wieder mehr denn je entfacht. Da aber das Geld und die Zeit für größere Trips erstmal nicht da war (die Sommersemesterferien waren schon für einen längeren Besuch in den USA verplant), sollte es also für ein paar Tage nach London gehen. Mit Friedo hatte ich das schon länger mal geplant und nachdem zwei weitere Freundinnen aus Celle leider doch nicht mitkommen wollten, hat sich Elisa kurzfristig noch entschieden mitzukommen.
Also sind wir also zu dritt mit Ryanair nach London gestartet. Ja und bevor es dann losging haben wir erstmal die Erfahrung gemacht, dass der Ryanair Flughafen Frankfurt-Hahn mit Frankfurt nicht mehr viel zu tun hat. Da fragt man sich doch warum der sich überhaupt so nennen darf. Der war echt sowas von in der hessischen Pampa, das es schon nicht mehr zu fassen war. Von außen sah das Flughafengebäude dann auch eher aus wie ein durchschnittlicher Supermarkt. Aber tatsächlich ging von dort unser Flieger nach London. Witzig bei Ryanair ist ja immer der Run über’s Rollfeld weil sich alle die besten Plätze sichern wollen. Wir haben es eher gelassen genommen und trotzdem noch gute Plätze bekommen,allzu voll war die Maschine eh nicht, da wir einen sehr späten Flug hatten.
In London Stansted angekommen ging es dann mit dem Shuttle in die City. Und dann wurde uns auch bewusst, dass es noch eine Weile bis zum Hostel dauern würde. Ich hatte zum Glück vorher schon genau ausgedruckt mit welchen weiteren Bussen wir fahren mussten um zum International Student House zu kommen. Nachts ist London nämlich einiges unübersichtlicher was die Verkehrsmittel angeht. Mit der Underground ist man am Tage ja schnell und einfach von A nach B, aber das Nachtbussystem hat es dann in sich. So mussten wir dann auch gleich mit drei verschiedenen Bussen fahren, haben es aber ohne Komplikationen morgens um 4 unser Hostel erreicht und auch prompt unsere amerikanische Dorm-Mitbewohnerin geweckt. Die war allerdings noch gejetlaged, dass sie es uns schnell verziehen hat.
Die nächsten Tage hielt es uns morgens nie lange im Bett, zu groß war die Vorfreude auf all die Unternehmungen, die wir für die Tage geplant hatten.
Mit unserem 3 Tagesticket ging es quer durch London, anstatt mit einem der teueren Touristenbusse zu fahren, haben wir uns einfach ein paar passende normale Doppeldeckerbusse rausgesucht mit denen wir dann unsere self-made-Stadttour gemacht haben. Immer wieder lohnend ist der Besuch der Bäckereiabteilung von Harrods, wo die leckeren Donuts direkt frisch vom Band verkauft werden. Zusammen mit ein paar leckeren Scones und Muffins das ideale Frühstück um mitnehmen.
In den 4 Tagen haben wir dann die meisten großen Attraktionen abgeklappert, angefangen mit Big Ben und dem House of Parliament, über das Shakespeare Globe Theatre, St.Paul Cathedral, The Monument, Tower Bridge, Changing of the Guard am Buckingham Palace, Speaker’s Corner im Hyde Park, bis hin zu Westminster Abbey.
Natürlich sind wir am Samstag auch gleich nach Notting Hill gefahren, um über den berühmten Notting Hill Market zu schlendern und auf Spuren des Films “Notting Hill” zu wandeln.
Friedo und ich haben uns dann auch noch für eine Fahrt mit dem London Eye entschieden, wobei das ein ziemlich teurer Spaß war. Die Aussicht über London hat sich dann aber doch gelohnt.
Auf unseren Wegen durch London haben wir immer wieder kürzere oder längere Pausen in den vielen Parks der Stadt gemacht und so z.B. im Hyde Park den Rugby Spielern beim Training zugeguckt. Mit dem Wetter hatten wir für Londoner Verhältnisse richtig Glück und hatten an den meisten Tages wunderbares Frühlingswetter.
Da unser Rückflug am letzten Tag sehr früh morgens ging hatten wir uns entschieden für die Nacht davor keine Unterkunft mehr zu buchen, da wir ohnehin gegen 3 Uhr morgens schon mit dem Shuttle zum Stansted Airport aufbrechen mussten. Aber wie verbringt man die Zeit in London morgens um drei. Nun ja…wir haben es uns eine ganze Weile am Ufer gegenüber von der Tower Bridge verbracht und als das langweilig wurde, haben wir einen langen Nachtmarsch durch halb London gemacht. Trotzdem mussten wir an der Shuttlehaltestelle noch ziemlich lange warten, ebenso am Flughafen, wo wir es uns dann immerhin auf den Sitzen lang machen konnten.
Rückblickend waren die Tage in London viel zu schnell vorüber und wir saßen wir in Marburg, das uns gegen das internationale London wie ein Dorf vorkam.
London ist und bleibt einfach eine meiner absoluten Lieblingsmetropolen!