May 23, 2008
Den Flug nach Los Angeles habe ich eigentlich komplett verschlafen und so war ich dann zum Glueck auch einigermassen erholt als ich am naechsten Mittag in der Riesenmetroploe Los Angeles ankam. Nach Tonga und Samoa war das ein richtiger Kulturschock auf einmal wieder so viele Menschen, Autos, Busse, Flugzeuge zu sehen. Wieder einmal hat mich die Einreise einige Nerven gekostet, aber wieder hatte ich Glueck und konnte meine Sandsammlung ins Land schmuggeln. Ich glaub nun sollte ich keine Probleme mehr damit haben.
Den Weg ins Hostel habe ich dann zusammen mit zwei anderen Reisenden, die ich noch in Samoa kennengelernt hatte, angetreten und wir haben das Hostel, dass direkt in Hollywood liegt auch gleich gefunden. Da die USA ja nicht so wirklich ein Backpackerland ist, hatte ich ein komplett unorganisiertes Hostel erwartet, aber weit gefehlt!
Das hier ist eins der bestorganisiertesten Hostels ueberhaupt! Kann mich also ueberhaupt nicht beschweren.
Am ersten Tag bin ich dann gleich mal ein wenig auf dem Walk of Fame rumgelaufen, habe die Sterne, das Kodak Theatre und Chinese Theatre bewundert. Es ist sehr schraeg so als Backpacker in den USA unterwegs zu sein, mal eine ganz andere Erfahrung.
Am zweiten Tag gabs vom Hostel aus einen Walk zum Runyon Canyon, einem Huegel in den Hollywood Hills, von dem aus man ueber ganz LA gucken kann. So die Theorie zumindest. Das Wetter war an dem Tag auch richtig gut, aber wir hatten unsere Rechnung ohne den Smog gemacht, der ganz LA einhuellt. Echt krass wie schlecht die Luft hier ist!
Heute frueh bin ich dann mit dem offentlichen Verkehrsmittel nach Venice Beach gefahren und von dort weiter nach Santa Monica Beach gelaufen. So wirklich beeindruckt hat es mich allerdings nicht. Klar, der Strand ist riesig…aber das Meer sieht nicht wirklich schoen aus und mir war das ganze irgendwie auch viel zu touristisch und es waren einfach zu viele Leute unterwegs.
Habe in Santa Monica noch per Zufall die 4 kanadischen Maedels aus meinem Hosteldorm getroffen und so haben wir uns dann gemeinsam auf den Rueckweg gemacht.
Irgendwelche beruehmten Menschen habe ich bisher noch nicht gesehen, mir geht der Hype um die Hollywood Stars aber auch ein wenig auf die Nerven. Mir ist ehrlich gesagt ziemlich egal in was fuer einer Butze Justin Timberlake wohnt und wo Jessica Simpson zum Shoppen hingeht.
Freue mich nun sehr auf San Francisco, fahre in ein paar Stunden mit dem Nachtbus dorthin und werde dort 5 Tage bleiben und dann weiter nach Las Vegas fahren.
Das Witzigste an meiner Reise von Tonga nach Samoa war ja das Ueberfliegen der Datumsgrenze. Zwischen Tonga und Samoa liegen naemlich genau 24 Stunden Zeitunterschied und so kam ich dann Montagabend um 23Uhr in Samoa ab, obwohl ich doch eigentlich erst am Dienstagabend um 21 Uhr in Samoa gestartet war.
In Samoa wurden wir dann am Flughafen mit einer live Tanzperformance und Blumenketten begruesst und mir war schnell klar, dass ich nun endgueltig in der Suedsee angekommen war.
Der Weg mit dem Shuttle zum Motel war schnell gemacht und ich bin auch gleich hundemuede ins Bett gefallen.
Am ersten Tage ich dann Apia, die Hauptstadt erkundet und einige Dinge fuer die restliche Zeit in Samoa in Erfahrung gebracht. Apia war auf jeden Fall einiges moderner und schoener als Nuku’alofa, die tonganische Hauptstadt, mit der Moderne hat sich aber auch McDonalds ins Zentrum gepflanzt.
Am naechsten Morgen bin ich dann ganz frueh aufgebrochen, um mit einem der bunten local busses nach Lalomanu Beach zu fahren, wo ich mir einige Tage vorher schon ein Fale, sprich eine kleie Bambushuette am Strand reserviert hatte. Ich hatte sogar ziemlich Glueck, habe direkt noch einen Sitzplatz im Bus bekommen und wir haben auch sofort die Stadt verlassen. Die Busse zirkelt naemlich gerne noch 3-5mal durch die Stadt um noch mehr Passagiere mitzunehmen, die dann nach strengen Regeln im Bus gestapelt werden…Maenner sitzen bei Maennern auf dem Schoss, Frauen bei Frauen und so weiter.
Die Busfahrt war sehr amuesant und nach ca. 2 Stunden hatte ich mein Ziel dann auch schon erreicht und habe vor lauter Begeisterung den Mund kaum wieder zubekommen. Der Strand von Lalomanu ist genau so wie man sich in den kuensten Suedseetraeumen vorstellt, nein eigentlich noch besser, denn er ist ja real! Ich konnte mein Glueck jedenfalls kaum fassen und als mein Fale dann auch noch wunderbar war, war die ganze Sache eigentlich nicht mehr zu toppen. Eigentlich….denn am Abend gab es dann auch noch super leckeres Essen, an einer langen Tafel serviert und zur Kroenung eine FiaFia Night mit Suedseetaenzen und Feuertanz. So seelig wie an dem Abend war ich schon lange nicht mehr.
Ich haette ja auch gedacht, dass mir nach spaetestens einem ganzen Tag am Strand ein wenig langweilig werden wuerde, aber nein, ich habe meine 4 Tage am Strand in vollen Zuegen genossen. War eigentlich zum ersten Mal waehrend der Weltreise so richtig Urlaub. Es gibt naemlich einen grossen Unterschied zwischen Reisen und Urlaub!
Die Leute waren auch alle super nett, ich war schnell Lieblingsobjekt der Scherze der maennlichen Angestellten und eigentlich jeden Abend eine der letzten 5 Uebriggebliebenen, wenn alle anderen schon laengst schlapp gemacht hatten…
Nach 4 Tagen musste ich dann aber zurueck nach Apia, um von dort weiter nach Osten zu fahren, wo ich dann endlich Tauchen gehen konnte. War echt super endlich mal wieder tauchen gehen zu koennen, auch wenn ich vor dem ersten Tauchgang wieder ganz schoen aufgeregt war. Hat sich aber sofort gelegt als ich im Wasser war. Auf dem ersten Tauchgang hab ich dann auch direkt ein paar Babyhaie, einen Rochen und jede Menge Fische gesehen. Bin auf die Fotos von der Unterwassercam gespannt.
Die restlichen beiden Tage habe ich dann auf Manono Island verbracht, einer kleinen Insel zwischen den Hauptinseln Savai’i und Upulo. Hatte mal wieder Schweineglueck und am Tag vorher einen Taxifahrer kennengelernt, der mir einen super deal zum Hafen gegeben hat. Habe etwa nur ein Viertel des normalen Preises bezahlt. Es war naemlich Sonntag und da fahren so gut wie keine Busse. Ach ja…und Boote auch nicht so wirklich..war ein ganz schoener Akt, jemanden aufzutreiben, der mich nach Manono rueberfahren konnte. Aber irgendwie habe ich es geschafft und hatte dann nochmal zwei super Tage auf der Insel. Ausser mir waren am ersten Tag nur ein englisches Paerchen und Jonathan aus Sydney dort, mit dem ich mich auf Anhieb sehr gut verstanden habe. Wir haben den halben Tag im Meer verbracht, Jack, der Besitzer hat uns einige Male mit dem Boot zum Schnorcheln rausgefahren.
Am zweiten Tag bin ich dann komplett um die Insel gelaufen, der Weg gleicht vielfach einem Gartenpfad, wunderschoen! Bin unterwegs von einer Einheimischen begleitet worden, die sich einfach an meine Fersen geheftet hatte.
Die 2 Tage auf der Insel kamen wir vor wie 2 Wochen…Jonathan und ich gehoerten dann schon halb zur Familie und haben Neuankoemmlinge begruesst und ihnen alles gezeigt und erklaert. War eine wunderbare Zeit auf der Insel und ich waere gerne noch viel laenger geblieben. Aber das ging ja nun leider nicht und so hat mich ein Grossteil der Familie mich am Montagabend mit dem Boot wieder zur Hauptinsel gebracht, wo mein netter Taxifahrer schon auf mich wartete und sich vor Freude fast ueberschlug.
Also ich scheine gerade einen lichten Moment hier im Internetcafe in Nuku’alofa, der Hauptstadt von Tonga erwischt zu haben, das Internet hat doch tatsaechlich meine Homepage vollstaendig geladen!
Heute ist nun schon der letzte Tag fuer mich auf Tonga, heute Abend fliege ich weiter nach Samoa.
Meine Zeit in Tonga war auf jedenfall sehr erlebnisreich und ganz anders als sich die meisten einen Trip auf eine Suedpazifikinsel vorstellen.
Besonders die Hauptinsel Tongatapu ist nicht gerade das,was man tuerkisblaues Meer und meilenweite goldene Sandstraende nennt, aber das war mir zum Glueck schon bewusst, bevor ich hierher geflogen bin.
DIe Ankunft am Flughafen war schon mal spektakulaer, das Flugzeug wurde von hunderten von tonganischen Kindern auf der Aussichtsplattform des Flughafens begruesst!
Ich wurde direkt von Toni am FLughafen abgeholt, in seinem Guesthouse habe ich die ersten Naechte geschlafen, wie es der Grossteil der Backpacker in Tonga macht.
Das Wetter lies leider sehr zu wuenschen uebrig, es hat geschuettet wie aus Kuebeln.
Am naechsten Tag habe ich mit einigen anderen Travellern Toni’s beruehmte Tour ueber ganz Tongatapu gemacht. Sein englischer Tour war dabei wirklich unschlagbar. So haben wir die Blowholes, einige Straende, Graeber, Felsboegen, eine mehrkoepige Kokosnusspalme ( angeblich die einzige der Welt) und den Stonehenge aehnlichen Trilithon gesehen.
Am naechsten Morgen wollte ich dann mit Alex, einer anderen Deutschen und einem australisch-neuseelaendischen Parchen nach Eua, einer der anderen Insel. Also haben wir uns mit Sack und Pack zur Faehre fahren lassen nur um dann gesagt zu bekommen, dass die Faehre gecancelt worde ( “there is something wrong with the red boat, but the blue boat will leave tomorrow!”). Joah gut…dann eben nicht nach Eua, sondern zurueck zum Hostel. Ich hab’s gelassen genommen…in Tonga laeuft eben alles etwas anders ;o)
So haben wir dann den Tag wieder in Nuku’alofa downtown verbracht, was ehrlich gesagt ein ziemliches Drecksloch ist, aber nach dem Schock vom ersten Tag hatte man sich daran auch schon fast gewoehnt.
Am naechsten Tag ging es dann erstaunlicherweise wirklich mit dem blauen Boot nach Eua, wer haette das gedacht. Eua unterscheidet sich wesentlich von den anderen tonganischen Inseln, ist auch entstehungsgeschichtlich einige Millionen Jahre aelter als der Rest.
Die Ueberfahrt in der nicht wirklich vertrauenserweckenden Faehre hat dann ca. 3 Stunden gedauert und war erstaunlich ruhig. Ich hatte ja schon ein wenig Angst wieder seekrank zu werden. In Eua angekommen goss es mal wieder so richtig, zum Glueck wurde ich gleich am Hafen von den Besitzern von Taina’s Guesthouse abgeholt. Klitschnass war ich trotzdem…
‘Eua ist bekannt fuer sein besonders angenehmes Klima und den Eua National Rainforest, der einige riesige Banyan Trees, Sinkholes und Lookouts zu bieten hat. Das war fuer auch einer der Gruende, weshalb ich mich fuer diese Insel entschieden hatte. EIne Woche lang am Strand liegen ist mir dann doch zu langweilig!!
So bin ich dann also am naechsten Tag hoch motiviert und in Begleitung von Lexi, einem von Taina’s Hunden, in Richtung Rainforest losgestiefelt. Stiefel, ja das ist ein gutes Stichwort…Regenstiefel haette ich gut gebrauchen koennen…innerhalb von 15 min fing es mal wieder so richtig an zu schuetten und die Tracks waren ohnehin schon matschigen Tracks haben sich in grosse Seen von brauner Pampe verwandelt. Und wenn ich Tracks sage, dann meine ich eigentlich nonexistente Wege, die dann statt zu den Sehenswuerdigkeiten einfach irgendwo im Nirgendwo enden. Nach einer Weile war ich dann so nass und frustriert, dass ich beschlossen habe umzukehren. Konnte zum Glueck dann auch gleich bei einem Tonganer auf dem Pickup mitfahren. Er kam gerade von der Buschorangenernte und so hatte ich dann unterwegs auch gleich noch einen kostenlosen Snack. Die Tonganer sind ohnehin sehr sehr freundlich…ein Laecheln wird immer erwidert.
Da ich ja ohnehin schon total nass war, habe ich mir gleich noch ein Fahrrad ausgeliehen und bin damit dann durch die Strassen ‘Euas geduest, natuerlich nicht ohne staendige Belgeitung von tonganischen Jungs :o) Zwischendurch bin ich sogar noch von einem Schwein gejagt worden…war wohl ein Weibchen, dass durch meine Fahrweise seine Jungen gefaehrdet sah. Ups!
Hab dann auch gleich noch Alex besucht, die in einer anderen Unterkunkt abgestiegen war.
Auf dem Rueckweg traute ich dann kaum meinen Augen als am Strassenrand ein Schild mit der Aufschrift “Internetcafe” stand, dass einfach so in den Regenwald zeigte. Aber tatsaechlich, nach 2 min kam ich an einer kleinen Huette an, in der 4 PCs standen, die dann auch noch erstaunlich schnell waren. Was es nicht alles gibt!
Neben dem Internethuettchen stand noch ein kleines Haus und eine Art Huette nebenan, in der ein Tonganerin auf offenem Feuer Essen kochte. Zu meiner Ueberraschung wurde ich dann auch noch direkt zum Essen eingeladen. Es gab Yams, Suesskartoffel und eine Art Nudel-Huehner-Eintopf. Ach ja und fuers Internet musste ich auch nicht mehr bezahlen..echt super!
Am naechsten Tag war dann das Wetter endlich mal richtig genial und ich hab mich aufgemacht die 5km bis zum Strand zu laufen…hm gelaufen bin ich davon dann vielleicht gerade mal 500m, weil mich sofort wieder ein netter Tonganer in seinem Auto mitgenommen hat. Hatte dann ueber 5 Stunden lang einen super schoen Strand ganz fuer mich alleine. Wunderbar! Zum Schwimmen war’s allerdings etwas zu steinig, aber immerhin hab ich mich so schon mal etwas vorbraeunen koennen fuer Samoa. Auch auf dem Rueckweg hat mich dann gleich wieder eine Tonganische Familie mitgenommen, wir mussten allerdings noch einen kleinen Umweg durch den Busch machen, um nach Kuh und Kaelbchen zu gucken ;o)
Samstagabend hat Taina mich dann mit in die Inseldisco genommen. Man stelle sich das folgendermassen vor: eine grosse Halle mit Discobeleuchtung, ein Mix aus amerikanischen HipHop, R&B und tonganischer Musik und dann an der Stirnseite der Halle ein rotes Kreuz aus Lichtern, dass passend zum Rhythmus der Musik blinkte. Abgefahren!
Als wir ankamen war es noch relativ leer, aber schnell sprach sich dann rum, dass da eine “palagi” (Weisshaut - sprich : ich!) in der Disco ist und nach kurzer Zeit war ich von tonganischen Jungs umzingelt. Taina hat’s amuesiert, ihre beiden Toechter haben probiert mir die Verehrer vom Hals zu halten und mir wurde es nach einer Stunde ziemlich anstrengend!
Kurz vor Mitternacht kam dann die Polizei, um sicher zu gehen, dass puenktlich zum Sonntag die Musik ausgestellt wurde.
Sonntagfrueh bin ich dann zusammen mit Taina in die Church of Tonga. Da ich nix passendes zum Anziehen hatte, hat Taina mich kurzerhand eingekleidet. So bin ich dann kurze Zeit spaeter in tonganischer Montour ( eine Vision in rot sage ich nur!) komplett mit passender Blume hinterm Ohr in die Kirche maschiert und war mal wieder Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Kam auch gleich noch in den Genuss, den Maennern bei der Kavazeremonie den Kava servieren zu duerfen.
Der Gottesdienst war ziemlich krasse Erfahrung, ich hab ueberhaupt nichts verstanden, weil alles auf tonganisch war, aber der Pastor hat sich bei der Predigt dermassen in Rage geredet, dass einem ganz anders wurde.Er ist bei seiner Predigt so emotional mitgegangen, dass ihm teilweise sogar Traenen uebers Gesicht liefen. Die Gesaenge waren wunderbar, die Tonganer sind Meister im Harmoniegesang. Da sitzen vielleicht 40 Leute in der Kirche, aber die singen so laut als wenn es mindestens 100 waeren. Und da es so viele Kirchen gibt, kann man parallel auch die Gesaenge der anderen Kirchen im Umkreis hoeren.
Montagfrueh habe ich dann die Faehre um 5 Uhr frueh zurueck zum Festland genommen, nachdem die Fahre am Samstag ja mal wieder gecancelt war. Es war noch stockdunkel als wir am Hafen ankamen und so konnte man kaum sehen wer mit einem auf dem Boot fuhr. Licht gibt es naemlich, ausser einem kleinen Scheinwerfer, keines auf dem Boot. Nach einigen Minuten der Fahrt stellte ich so also erschreckt fest, dass unter meinem Sitz ein kleines Ferkel festgebunden war. Hinten in der Faehre waren noch 2 grosse Bullen geladen und ansonsten neben viel zu vielen Menschen natuerlich auch noch jede Menge Bananen, riesige Yams und Suesskartoffeln, Kokosnuesse, Buschorangen und noch jede Menge anderes Zeug.
Obwohl der Sonnenaufgang unterwegs sehr schoen war, war ich doch froh als ich wieder festen Boden unter den Fuessen hatte.
Die restlichen 2 Tage habe ich dann wieder auf der Hauptinsel Tongatapu verbracht. Man merkt wirklich wie klein Tonga ist, nach nur einer Woche gab es eine Reihe von Leuten, die mich sogar mit Namen kannten und mit denen man auf der Strasse schnell einen kleinen Chat gehalten hat. Am vorletzten Abend ist dann auch noch der Koenig von Tonga mit seinem Auto (sieht aus wie ein Londoner Taxi) an mir vorbei gefahren.
Am letzten Tag durfte ich dann auch noch per Zufall eine tonganische Grundschule besuchen, bin naemlich mit dem Direktor ins Gespraech gekommen und so hat er mich durch die Klassen 1 bis 6 gefuehrt, wo ich jeweils sehr aufgeregt von den Schuelern begruesst wurde.
Alles in allem war Tonga eine super Erfahrung, vielleicht nicht so wie man sich die Suedsee so vorstellt, aber dafuer ein unglaublich freundliches und kulturell interessantes Land!
May 4, 2008
So, in ein paar Stunden gehts dann also nach Tonga. Ich werde dort telefonisch dann erstmal nicht mehr erreichbar sein und vielleicht auch meine emails nicht mehr so regelmäßig checken koennen. Homepage update gibts dann sicher auch erst aus den USA…also geduldet euch ein wenig!
Samstagfrühh war es dann also soweit. Wir haben uns mal wieder morgens früh aus dem Bett gequält, um möglichst früh an der Straße stehen zu können. Zwischen Wellington und Auckland liegen immerhin stolze 666km und beim Trampen weiss man ja nie, wie schnell man voran kommt.
Am Abend vorher hatte sich unsere Vorahnung schon bestaetigt: direkt aus der City raus einen Ride zu bekommen ist ziemlich schwierig, also sind wir zuerst mit der Tranz Metro bis nach Paraparaumu (probier das mal am Fahrkartenschalter vernünftig auszusprechen!) gefahren.
Dort sind wir dann ein wenig an der Hauptstraße bis zu einem bekannten Hitch-hiking Spot gelaufen. Wir hatten uns schon am Abend vorher eine Pappe mit der Aufschrift “North” gebastelt und siehe da, nach ca. 5 Minuten hielt schon das erste Auto an.
10.50:
Louis aus Wellington, der mit seinem Kajak und noch jede Menge anderem Zeug unterwegs war, hat uns eine gute halbe Stunde mitgenommen. Besonders gesprächig war er leider nicht, aber wir haben immerhin erfahren, dass er schon in Japan als Skilehrer gearbeitet hat.
11.35: Nach weiteren 5min des Wartens, hält in the middle of nowhere ein netter Italiener mit seiner Rostlaube an. Tja und die Welt ist ja so klein, er kommt ausgerechnet aus Trento. Was für ein Zufall! Hab ihm gleich erzaehlt, dass ich da ein Auslandssemester gemacht habe und habe festgestellt, dass ich schon ewig kein italienisch mehr gesprochen habe. Ging dafür aber noch ganz gut. Er sprach aber auch ziemlich gut Deutsch (hat in Basel studiert) und so haben wir uns die meiste Zeit unterhalten. Er hat uns gleich bis zum National Park mitgenommen, wir kamen sogar direkt wieder an der Erua Lodge vorbei und so standen wir dann wieder genau an dem Spot, wo uns damals unser erster Ride rausgelassen hatte.
14.35:
Nach dem wir schon gedacht hatten, dass wir wohl nie mehr aus diesem Kaff rauskommen würden (es fuhren naemlich verdammt wenig Autos!), hielt dann wiederum 10 min später doch ein grosser Truck an, der uns fast bis Hamilton mitgenommen hat. Was für ein Glück. Wir hatten uns Hamilton als Etappenziel für den ersten Tag gesetzt. Der Truckfahrer war richtig nett, hat uns erzählt, dass er schon 3 deutsche Austauschschüler bei sich aufgenommen hatte. Ansonsten haben wir noch ein wenig über das Leben der Truckfahrer in Neuseeland erfahren, nebenbei noch einen Wasserfall und Sheep Shearing Capital of the World besichtigt.
17.35:
Nachdem uns der Truck 20min vor Hamilton abgesetzt hatte, fing es schon langsam an zu dämmern und wir haben darauf gehofft, schnell einen Ride bis Hamilton zu finden. Ich glaube dieses Mal haben wir nicht mal 2 min. gewartet bis eine Frau anhielt, um uns aufzulesen. Sie arbeitet in der Naehe von Hamilton als Melkerin und war so besorgt um uns, dass sie uns in Hamilton direkt bis vor die Tuer des Hostels gefahren hat.
Das Hostel, Eagle’s Nest, war richtig niedlich. Geführt wird es von einem schon relativ alten Ehepaar, die auch direkt mit im Hostel wohnen. Nein, man muss es eigentlich andersrum sagen, man kommt sich vor, als wenn man bei ihnen wohnt. Sehr kuschlig und gemütlich, schöne Kuche, Sofas und co.
Nach unserem erfolgreichen ersten Tag beim hitch-hiken sind wir abends mal wieder ins Kino gegangen. Mehr wäre in Hamilton wahrscheinlich eh nicht zu machen gewesen.
Heute früh hat uns Hugh, der Hostelbesitzer, dann ohne dass wir darum bitten mussten, aus der Stadt raus zu einem guten Spot gefahren. Leider regnete es heute schon den ganzen Tag und so haben wir gebetet, dass wir bald einen Ride kriegen würden.
11.05: Nach etwa 5 min hielt hinter uns Laura aus Hamilton an. Sie schien einfach Mitleid mit uns gehabt zu haben, da wir wie die begossenen Pudel an der Hauptstraße standen. Sie hat uns etwa eine halbe Stunde Richtung Norden mitgenommen. Sie arbeitet als Hebamme und war auf dem Weg zu einer Nachsorgeuntersuchung in Huntley.
11.35: Wir hatten gerade wieder unsere Rucksaecke geschultert, nachdem uns Laura abgesetzt hatte, als schon Kevin mit seinem Sportwagen anhielt, um uns direkt bis nach Auckland mitzunehmen. Es stellte sich schnell heraus, dass er einige Zeit auf Tonga und Samoa als Hotelmanager gearbeitet hatte und so konnte er mir natürlich gleich ein paar nützliche Tipps geben. Was für Zufalle es doch gibt. Sein Auto war definitiv das Beste mit dem wir gefahren wir und wir haben unsere Rucksäcke neben ziemlich teueren Golfschlägern im Kofferraum verstaut!
12.30: WE MADE IT: WIR SIND IN AUCKLAND ANGEKOMMEN!!!!
Rückblickend kann ich unsere Tramperfahrung als durchweg positiv bezeichnen und ich kann nun verstehen, warum einige Reisende in Neuseeland ausschliesslich trampen und nie den Bus nehmen.
Nun sind wir also zurück in Auckland, haben unsere Sachen im Hostel geparkt und müssen jetzt einige Stunden rumbringen bis wir spät abends zum Flughafen fahren, um dort dann nochmal ein paar Stunden zu warten bis wir morgen früh um 7 in getrennte Richtungen weiterfliegen.
Ellen, es war super mit dir zu reisen, schön, dass du noch bis zum Schluss geblieben bist. Unsere gemeinsamen Supermarkt Trips werden mir fehlen ;o)
Ich wünsche dir ganz viel Spass in Australien und Thailand und wir sehen uns dann ja sicher mal im Sommer in Norddeutschland, gell!
Ach und ich hab noch drei Worter für dich zum Abschied:
ONE
LANE
BRIDGE
;o)