Nachdem wir also durch Zufall ein Maori Konzert umsonst anschauen durften, konnten wir uns auch guten Gewissens am nächsten Tag den Eintritt für das Thermal Wonderland ausserhalb von Rotorua leisten. Ellen hatte uns am Abend vorher schon eine Mitfahrgelegenheit organisiert, ohne Auto waere es nämlich schwierig geworden. Karl-Heinz, wo bist du?
Das Thermal Wonderland bot dann tatsächlich eine ganze Palette an Thermalquellen, die durch ihre verschiedenen Inhaltsstoffe das Wasser und umliegende Natur bunt einürben. Ungluecklicher Nebeneffekt ist dafür aber, dass der ganze Park wie verfaulte Eier stinkt, aber irgendwie hat man sich daran auch schon fast gewöhnt. In Rotorua selbst ist es nämlich auch nicht viel besser!
Zum Schluss haben wir uns dann noch einen spukenden Geisir und die Mud Pools angeguckt, bevor wir den Weg zurück zum Hostel angetreten haben.
Morgen fahren wir mit dem Bus weiter zum Lake Taupo und dann in den National Park mit den grossen Vulkanen, wo wir einige Tage auf einer Lodge arbeiten werden.
Mal eins vorweg….das Gras ist definitiv grüner hier auf der Nordinsel…dafür gibt’s mehr Kühe als Schafe, aber das nur mal so nebenbei ;o)
Seit gestern sind wir nun in Rotorua (und dank Melli) in einem absolut super Hostel gelandet. Es war zwar eine ganz schöne Eselei dort mit den mittlerweile doch sehr schweren Rucksäcken hinzulaufen, aber der Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das Hostel ist so richtig schoen gemütlich, die Besitzer (Gerard, Neuseeländer und Anja, Deutsche) sind super nett. Gerard ist mir erstmal gleich um den Hals gefallen, als ich ihm erzählt habe, dass ich zu Hause Rugby gespielt habe, das fand er richtig super. Wir haben von ihm auch gleich eine ausführliche Belehrung darüber erhalten, dass wir mit viel zu viel Gepäck unterwegs sind(”Girls, you are carrying way too much stuff!”). Hm ja zugegeben, 12 kg wiegt mein Rucksack schon lange nicht mehr…muss bevor ich nach Auckland fliege mal wieder ausmisten!
Wir sind dann auch gleich mit ein paar Empfehlungen für die Umgebung versehen worden, da aber alles relativ teuer ist, fing bei Ellen und mir gleich das grosse Grübeln an. Ich wollte auf jeden Fall einen Maori Haka und Konzert sehen, Ellen war eher für das Thermalgebiet ausserhalb von Rotorua. Ohne so wirklich eine Entscheidung getroffen zu haben, haben wir uns zu einem Spaziergang durch Rotorua aufgemacht und sind kurze Zeit später in einem Maoridorf am nordlichen Rand der Stadt gelandet. Wir hatten uns gerade das grosse Versammlungshaus und die Kirche angeguckt, als uns zwei Maorimädchen über den Weg liefen, die sich in den Thermalquellen einen kleinen Snack gekocht haben. Eier kann man nämlich bestens in den dort überall dampfenden kleinen Quellen kochen. So kamen wir dann mit den Mädchen ein bisschen ins Gespräch und sie erzählten uns, dass im Haus nebenan gleich ein Haka stattfinden würde. Hm, da gucken wir doch mal vorbei, oder?
Vor dem Haus stand dann auch gleich eine kleine Gruppe von Amerikanern und eine Maorifrau, die ich dann höflich gefragt habe, ob denn wohl ein Haka gezeigt werden würde. Die Maori meinte daraufhin: Oh I’m sorry, but this is a private function.Unless….they don’t mind if you join us! Ja und da haben wir Dackelblicke aufgesetzt und die Amerikaner verkündeten freudig, dass wir uns doch gerne die Vorführung mit angucken könnten (für solche Konzerte zahlt man hier rund NZ$90 und guckt sie sich dann mit 50-100 anderen Leuten an…wir waren insgesamt 9 Leute!).
Wir konnten unser Glück ja kaum fassen und sind so freudig strahlend mit der Gruppe in das Versammlungshaus, wo wir uns dann ein Maorikonzert und natürlich den Haka (zur Einschüchterung der Gegner!) angeguckt haben und während der Vorführung auch immer wieder zum Mitmachen aufgefordert wurden. Hinterher hat uns eine der Maorifrauen dann noch etwas über die Maorikultur erzählt und wir konnten einige Fragen stellen.
Vollkommen beschwingt sind wir an dem Abend dann wieder zurück ins Hostel gelaufen….manchmal hat man echt ein unbeschreibliches Glück und ist genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort!
Von Thames sind wir dann nach einer wiederum kurzen Busfahrt in Tauranga angekommen, eine Stadt, die auf jeden Fall einiges grösser war als Thames. Richtig gut gefallen hat mir die Stadt allerdings nicht, war mir ein wenig zu touristisch. Liegt zwar direkt am Meer, einen schönen Strand hat’s aber nicht. Die Hauptattraktion ist Mount Maunganui, kurz the Mount genannt, ein Hügel, der direkt am Strand und neben der “skyline” liegt. Sie probieren hier wohl so eine Art zweites Surfers Paradise hochzuziehen. Dabei ist das original Surfers schon potthässlich!
Das Wetter liess mal wieder ein wenig zu wünschen übrig und so haben wir unseren ersten Versuch auf den Huegel zu klettern wegen Regens abgebrochen und sind lieber ein Eis essen gegangen ;o) Ich bin dann später auch tatsächlich noch auf den Hügel, Ellen hatte Angst vor einem Abel Tasman Deja-vu und ist deshalb schon wieder zurück zum Hostel.
Die Sicht vom Berg aus war dann aber doch sehr schön, ich habe auch endlich den perfekten Koru zum Fotografieren gefunden und war somit mehr als happy. Da Tauranga sonst nicht so viel zu bieten hatte, hatten wir uns fuer den nächsten Tag dann den Bus nach Rotorua gebucht.
Die Fahrtzeiten auf der Nordinsel sind definitiv einiges kürzer als auf der Südinsel. Nach nicht einmal 2 Stunden waren wir dann schon in Thames, dem Ausgangspunkt für die Coromandel Peninsula. Für die Halbinsel selbst hatten wir leider keine Zeit (und Geld) mehr, aber da Thames einer der Stopps in unserem Buspass ist und obendrein im Lonely Planet auch noch ganz nett beschrieben war, hatten wir uns eben entschieden, dort eine Nacht zu bleiben.
Well, what can I say…unser Aufenthalt in Thames war auf jeden Fall einiges anders als erwartet. Gegen Mittag kamen wir in dem kleinen, eher verschlafenen Örtchen an und mussten schnell feststellen, dass dort eigentlich nix zu sehen oder machen ist.
Dafür war das Hostel einfach nur super. Winzig klein, nur ein 6er Dorm und ein paar Doppelzimmer, gemütliche Kueche, Videozimmer mit einer nicht schlechten Videosammlung und Fahrräder umsonst gab’s auch gleich noch.
Die Fahrräder (die definitiv schon bessere Zeiten gesehen haben) haben wir uns dann auch gleich geschnappt und sind laut pfeiffend und singend durch den Ort geradelt (und wurden von den Einwohnern mit sehr amusierten Blicken bedacht!).
Für den Abend hatten wir geplant einmal wieder richtig zu kochen (sprich nicht nur Nudeln/Reis/Couscous mit Soße) und so haben wir den nächsten Supermarkt angesteuert und nach dem Einkaufen noch einen wahnsinnig schönen Sonnenuntergang gesehen.
Im Hostel waren mittlerweile noch ein Franzose, zwei Mädels aus Argentinien, ein Österreicher und Denny aus Deutschland (der dort schon fast zum Inventar gehört) aufgekreuzt und so hat sich am Abend mit Gitarre, Rasseln und Gesang noch eine spontane Jamsession abgespielt, nach der wir dann bis auf Denny alle im selben Dorm verschwunden sind (wir hatten das Hostel zu dem Zeitpunkt auch schon für uns alleine…so hatte es eher ein Gefühl von Wohngemeinschaft).
Für uns war es jedenfalls auch ohne große Highlights ein rundum wunderschöner Tag!
Nach unserem relativ späten Flug von Christchurch aus, sind wir also dementsprechend spät auch erst in Auckland gelandet. Genauer gesagt kamen wir mit der letzten Maschine an dem Tag an. Mit etwas Verhandlungsgeschick haben wir auch gleich noch einen günstigen Shuttle in die City gefunden. In der City haben wir uns dann ziemlich schnell und spontan für ein Hostel entschieden und waren vollkommen geschockt, als wir unseren 6er Dorm getreten haben. So eine Müllhalde von Zimmer hab ich ja in all meiner Reisezeit noch nicht erlebt. Zum Glück waren sie im Hostel sehr nett und haben uns dann ein 4er Dorm für den gleichen Preis gegeben und der war dann auch okay.
Am nächsten Morgen haben wir uns dann erst um Ellen’s Flug gekümmert, sie bleibt jetzt noch bis zum Ende mit mir in Neuseeland und dann haben wir uns einfach mal aufgemacht. Ich muss ja sagen, dass schöne an der Nordinsel ist, dass ich im Grunde geringere Erwartungen hatte und mich auch vorher nicht gross mit der Nordinsel beschäftigt habe. Das hat den Vorteil, dass man nicht so genau planen muss, sondern sich einfach mal überraschen lassen kann, was auf einem zukommt, ohne hinterher das Gefühl zu haben, etwas verpasst zu haben. So ging es uns auch in Auckland, denn bis auf den Auckland Tower der uns dann allerdings zu teuer war), hatten wir keine Sights, die wir unbedingt sehen wollten. So sind wir also einfach durch die Stadt geschlendert und haben das mitgenommen, was uns unterwegs begegnet ist.
Viele Leute behaupten ja, dass Auckland hässlich sei, was ich hiermit mal dementieren möchte. Man kann die Stadt sicher nicht ganz mit Sydney, Cape Town, London und co auf eine Stufe stellen, aber hässlich fand ich die Stadt nun überhaupt nicht.
In Auckland haben wir dann auch spontan einen Buspass gebucht, mit dem wir nun die nächsten Wochen unterwegs sein werden.
Ja und einen Tag später saßen wir dann auch schon wieder in besagtem Bus in Richtung Coromandel Halbinsel.