May 1, 2008

Tongariro National Park - Erua Lodge

Category: New Zealand, Tongariro National Park – Sarah – 11:51 am

Von Taupo aus sind wir mit dem Bus bis zur oberen Ecke des National Parks, genauer gesagt bis Taurangi gefahren. Mit Bryan von der Erua Lodge hatten wir abgemacht, dass er uns vom National Park Village, etwa 50km von Taurangi entfernt, abholt. Da der Bus von Taurangi nach National Park stolze $35 pro Fahrt gekostet hätte, haben wir uns spontan entschlossen, es wie viele andere Reisende in Neuseeland zu machen und einfach zu trampen.
Ein wenig komisch kamen wir uns dann schon vor, als wir zwei Trampneulinge da so mit Sack und Pack am Strassenrand standen…aber es hat sich bewahrheitet, was wir so bisher gehört hatten. Nicht mal 5 min mussten wir warten, bis uns ein netter Skilehrer direkt bis zum National Park Village gefahren hat.
Kurz darauf wurden wir dann von Andrew am National Park Village abgeholt und waren keine 10min später auf der Erua Lodge. Tja und dann begannen 3 sehr seltsame Tage…
Eigentlich ist es normal, dass man beim HelpExchange so etwa 4 Stunden pro Tag arbeitet und dann dafür Unterkunft und Essen umsonst bekommt. Klang für uns nach einem vernünftigen System. Aber was macht man, wenn man nichts zu tun bekommt?
Den ganzen ersten Tag haben wir uns recht seltsam gefühlt, weil unsere Fragen nach Arbeit immer nur mit einem Achselzucken beantwortet wurden. Gäste gab es an den Tagen eigentlich gar keine auf der Lodge, dafür waren noch Suzie und Chris aus England als HelpExchange da.
Den ersten Tag haben wir so fast gar nicht gearbeitet und uns deswegen auch etwas unwohl gefühlt, immerhin konnten wir vor und nach dem Essen die Küche aufräumen.
Der erste Abend fing dann noch sehr gut an, wir sassen alle zusammen in der Lounge, haben getrunken (Bryan hat uns ein Bier nach dem nächsten vor die Nase gestellt) und jede Menge Spass. Irgendwann hatte Bryan aber viel zu viel getrunken und wurde sehr seltsam. Auf einmal fing er an, ausfallend zu werden und hat darüber geschimpft, dass die helpexchange Leute immer sein Bier trinken würden. Zum Ende hin gabs dann sogar noch ein Missverstaendnis und er wollte Ellen und mich am nächsten Morgen rausschmeissen. Das hat sich dann allerdings noch geklärt, aber die Stimmung war auch noch am nächsten Morgen ziemlich im Eimer.

Immerhin konnten wir am nächsten Tag dann mal 4-5 Stunden arbeiten. Haben wieder die riesen Küche sauber gemacht, Fenster und Tische geputzt, gesaugt und dann noch Bryans Garage aufgeraäumt. Am Nachmittag sind wir dann zusammen mit den Engländern, die ein eigenes Auto hatten, in den nächsten Ort gefahren. Denn Erua besteht wirklich nur aus der Lodge, dem Backpacker und ein oder zwei Häusern daneben. In Ohakune haben wir dann leider erfahren müssen, dass wir das Tongariro Crossing, das für Dienstag geplant war, vergessen konnten. Das Wetter ist momentan im National Park so schlecht, dass die Shuttle schon gar nicht mehr fahren, weil es einfach zu gefährlich ist, bei dem Wetter zu laufen. Der Wind ist halt extrem stark und ab Donnerstag sollte auch schon der erste Schnee fallen.

So haben wir dann gemeinsam mit Suzie und Chris beschlossen nur noch den folgenden Tag auf der Lodge zu bleiben und dann am Dienstag schon weiterzufahren. Am Abend haben wir uns im hauseigenen super movie room eine DVD reingezogen, um nicht wieder in irgendwelche Saufgelage zu geraten. Haben uns da dann auch nochmal unser Bungyjumping Video angeguckt ;o) Classic!

Am letzten Tag haben wir uns zusammen mit Suzie und Chris zum Mt Ruapehu, dem grössten Vulkan im National Park, aufgemacht. Wir wollten immerhin für ein paar Stunden wandern gehen, wenn wir schon nicht das Crossing machen konnten. Allzuweit kamen wir aber nicht. Schon auf etwa 1600m war es so wolkenverhangen und neblig, dass man nur noch weiss gesehen hat. Also haben wir auf etwa 1200m eine dreistündige Wanderung zu einer der Bergshütten gemacht.
Der letzte Abend auf der Lodge war dann noch ganz nett, Bryan hat uns Gitarrenstunden mit Akustik- und E-Gitarre gegeben und wir haben noch so ganz nett zusammen gesessen.Trotzem waren wir am nächsten Tag froh, wieder fahren zu können. Es wär einfach anders gewesen, wenn wir wirklich was zu tun gehabt hätten und die beiden weniger getrunken hätten. Der erste Abend hat die Stimmung einfach echt ruiniert.
Dafür hatten wir aber immerhin für 3 Nächte ein Zweierzimmer und super leckeres Essen (Gemüse direkt aus dem Garten und so) umsonst.

Die Erua LodgeDas ist so ziemlich ganz EruaJa, die Brillen gibts immer noch...hier Bryan mit BrilleSuzieChrisDie Runde vom ersten Abend vor der EskalationBryan mit StaubsaugerVulkanlandschaft von der man dank Wolken leider nicht viel siehtAuf der WanderungEllen, Suzie und ChrisWieder mal ein WasserfallditoSuzie und Chris beim ueberqueren des BachesBergbluemchenWe are the Rainbow girls!

Suzie und Chris haben uns dann auch gleich wieder mit nach Taurangi genommen, so konnten wir uns das Trampen bei Regen sparen. Knappe 6 Stunden sassen wir dann im Bus nach Wellington (und ausgerechnet da machte der Mp3 Player schlapp!). Und wie es der Zufall wollte, sass direkt in der Reihe neben mir Yvonne aus Irland, mit der ich schon Sydney für einige Tage ein Hostelzimmer geteilt habe. So haben wir für die meiste Zeit der Busfahrt unsere Reisegeschichten ausgetauscht und mal wieder festgestellt wie klein die Welt doch ist!