April 16, 2008

Abel Tasman Park

Category: New Zealand, Abel Tasman National Park – Sarah – 6:12 am

Hm ja, ich muss wohl das gute Wetter in Neuseeland zu viel gelobt haben! Wir haben es im National Park doppelt und dreifach zurück bekommen!
Aber fangen wir von vorne an. Der Abel Tasman National Park besteht aus insgesamt 51 km Küste, die man nur von ganz unten oder ganz oben mit dem Auto erreichen kann. Wenn man nun aber nicht die ganzen 51km laufen möchte kann man sich auch mit einem Wassertaxi an verschiedenen Buchten absetzen lassen. So haben wir es dann auch geplant. Wir wurden morgens auf ungefähr der Mitte des Parks, bei Bark Bay, abgesetzt und hatten dann geplant wieder zurück bis nach Marahau zu laufen, wo wir unsern Karl-Heinz geparkt hatten. Das ganze war als full-day walk geplant, der je nach Beschreibung zwischen 6 und 7 Stunden dauern sollte.
So weit so gut! Das Wetter war morgens auch noch relativ gut, ein wenig bewölkt und es waren laut Vorhersage auch nur leichte Schauer und ein Mix aus Sonne und Wolken angesagt,.
Die Fahrt mit dem Watertaxi entpuppte sich dann schnell als inklusiver Speedboat Trip…man, ich bin noch nie so schnell mit so einem kleinen Boot übers Wasser gedüst.
Bei Bark Bay wurden wir dann gleich schon das erste Mal nass, denn in einem National Park gibt es natürlich keine Stege zum Anlegen, sondern das Boot fährt einfach so nah wie möglich ans Ufer und dann muss man den Rest selbst durch’s Wasser zum Strand laufen.

Wir sind ohne größere Probleme an den Strand gekommen und los ging’s! Nach etwa einer halben Stunde fing es leicht an zu tröpfeln…ach alles kein Problem, sondern sogar noch ganz angenehm, dachten wir uns!
Nach einer weiteren halben Stunde regnete es dann schon ziemlich heftig. Es half natürlich auch nicht, dass wir uns dann auch noch entschlossen, den low tide track bei fast schon high tide zu nehmen, um eine Stunde einzusparen. Sah von weitem noch ziemlich unkritisch aus, das sollte sich aber schnell ändern und wir standen zum Teil fast bis zur Hüfte im Wasser.
Nachdem wir das überstanden hatten, haben wir uns eine kleine Pause in der Anchorage Bay Hut gegönnt, wo wir auch eine Menge anderer Wanderer getroffen haben, die fast alle eins der nächsten Wassertaxis zurück nach Marahau nehmen wollten.
Aber nein…bloß nicht auf dumme Gedanken kommen…wir hatten uns was vorgenommen und das wird dann auch durchgezogen!! (Mal abgesehen davon, dass man sich mit den anderen Wanderern um die Plätze im Taxi hätte prügeln müssen!) Also ging es mit schon ziemlich durchnässten Klamotten wieder auf den Track. Die Aussicht unterwegs wäre bei schönem Wetter spektakulär gewesen, aber der Regen war so heftig, dass Fotos unmöglich waren.
Ein Schild am Rand des Weges ließ uns dann wissen, dass wir noch 4h Wanderung bis Marahau vor uns hatten. Bloß nicht entmutigen lassen!
Die nächste halbe Stunde war die Stimmung trotz durchnässter Klamotten noch ziemlich ausgelassen. Wir waren gerade wieder dabei, zu zweit voller Inbrunst und lauthals lachend in eine der tiefen Pfützen zu springen, als zwei andere Wanderer um die Ecke bogen. Ein kleines Grinsen konnten sie sich dann aber doch nicht verkneifen, als wir gackernd an ihnen vorbei liefen.
Kurz darauf folgte dann die Phase, in der das alles schon nicht mehr ganz so viel Spass machte und wir in über einer Stunde nicht ein einziges Wort gewechselt haben, sondern leise schnaufend durch den Regen gelaufen sind (die schönen lookouts am Rand ignorierend…).
Dann hatten wir endgültig die Schnauze voll, Marahau wollte einfach nicht näher kommen und so haben wir unseren Frust einfach laut in die Gegend geschrien (oh, ihr wollt nicht wissen, wie genau sich das angehoert hat!).
Wie die begossenen Pudel kamen wir dann schließlich abends um halb 6, nach 5,5h Wanderung in Marahau an. Den Leuten, die dort in ihren Autos an uns vorbei fuhren, stand das Mitleid ins Gesicht geschrieben (aber hat einer angehalten und uns eine warme Dusche und einen heissen Tee angeboten…NEIN!!!)

Unser Wassertaxi...wurde mit dem Trecker durchs Watt gefahren und dann ins Wasser gelassenSplit Apple Rock, eins der Wahrzeichen im Abel TasmanHier gings also losAn dieser schoenen BuchtAusgefallene Pflanzen haben sie hierSowas schonmal gesehen?Eine grosse Swingbridge unterwegsBei Sonnenschein waer's noch schoener gewesenHm...nehmen wir den low tide oder high tide track?Eben waren wir noch fast trocken...Na Ellen guck nicht so...das kommt davon wenn man zur Flut den low tide track nimmt um Zeit zu sparenJa, ich glaub, da war ich dann endgueltig ganz durchnaesstEins, zwei, drei.....und rein in die Pfuetze!Man hatten wir die Schnauze vollKarl-Heinz ist uns auch beinahe davon geschwommen!Auf Old McDonalds FarmIch will endlich nen heissen Tee!!

Karl-Heinz stand mittlerweile auch schon fast bis zum Unterboden im Wasser und so sind wir klitschnass schnell zum nächsten Campingplatz, Old MacDonalds Farm, gefahren. Und dort habe ich die heisseste und längste Dusche meines Lebens genommen!!! Man hat sich das gut angefühlt…wir waren wirklich nass bis auf die Haut!!
Der heiße Tee und das Dinner haben auch noch nie so gut geschmeckt. Es hat dann auch fast noch die ganze Nacht durchgeregnet und erst in den frühen Morgenstunden wieder aufgehört. Naja die Bauern werden sich gefreut haben, in der Gegend hat es wohl seit 2 Monaten nicht mehr geregnet.
Wir haben jedenfalls unsere Pläne noch zur Golden Bay hochzufahren geändert und sind in Richtung Picton weitergefahren und nun in Kaikoura angekommen.