So, in ein paar Stunden gehts dann also nach Tonga. Ich werde dort telefonisch dann erstmal nicht mehr erreichbar sein und vielleicht auch meine emails nicht mehr so regelmäßig checken koennen. Homepage update gibts dann sicher auch erst aus den USA…also geduldet euch ein wenig!
Samstagfrühh war es dann also soweit. Wir haben uns mal wieder morgens früh aus dem Bett gequält, um möglichst früh an der Straße stehen zu können. Zwischen Wellington und Auckland liegen immerhin stolze 666km und beim Trampen weiss man ja nie, wie schnell man voran kommt.
Am Abend vorher hatte sich unsere Vorahnung schon bestaetigt: direkt aus der City raus einen Ride zu bekommen ist ziemlich schwierig, also sind wir zuerst mit der Tranz Metro bis nach Paraparaumu (probier das mal am Fahrkartenschalter vernünftig auszusprechen!) gefahren.
Dort sind wir dann ein wenig an der Hauptstraße bis zu einem bekannten Hitch-hiking Spot gelaufen. Wir hatten uns schon am Abend vorher eine Pappe mit der Aufschrift “North” gebastelt und siehe da, nach ca. 5 Minuten hielt schon das erste Auto an.
10.50:
Louis aus Wellington, der mit seinem Kajak und noch jede Menge anderem Zeug unterwegs war, hat uns eine gute halbe Stunde mitgenommen. Besonders gesprächig war er leider nicht, aber wir haben immerhin erfahren, dass er schon in Japan als Skilehrer gearbeitet hat.
11.35: Nach weiteren 5min des Wartens, hält in the middle of nowhere ein netter Italiener mit seiner Rostlaube an. Tja und die Welt ist ja so klein, er kommt ausgerechnet aus Trento. Was für ein Zufall! Hab ihm gleich erzaehlt, dass ich da ein Auslandssemester gemacht habe und habe festgestellt, dass ich schon ewig kein italienisch mehr gesprochen habe. Ging dafür aber noch ganz gut. Er sprach aber auch ziemlich gut Deutsch (hat in Basel studiert) und so haben wir uns die meiste Zeit unterhalten. Er hat uns gleich bis zum National Park mitgenommen, wir kamen sogar direkt wieder an der Erua Lodge vorbei und so standen wir dann wieder genau an dem Spot, wo uns damals unser erster Ride rausgelassen hatte.
14.35:
Nach dem wir schon gedacht hatten, dass wir wohl nie mehr aus diesem Kaff rauskommen würden (es fuhren naemlich verdammt wenig Autos!), hielt dann wiederum 10 min später doch ein grosser Truck an, der uns fast bis Hamilton mitgenommen hat. Was für ein Glück. Wir hatten uns Hamilton als Etappenziel für den ersten Tag gesetzt. Der Truckfahrer war richtig nett, hat uns erzählt, dass er schon 3 deutsche Austauschschüler bei sich aufgenommen hatte. Ansonsten haben wir noch ein wenig über das Leben der Truckfahrer in Neuseeland erfahren, nebenbei noch einen Wasserfall und Sheep Shearing Capital of the World besichtigt.
17.35:
Nachdem uns der Truck 20min vor Hamilton abgesetzt hatte, fing es schon langsam an zu dämmern und wir haben darauf gehofft, schnell einen Ride bis Hamilton zu finden. Ich glaube dieses Mal haben wir nicht mal 2 min. gewartet bis eine Frau anhielt, um uns aufzulesen. Sie arbeitet in der Naehe von Hamilton als Melkerin und war so besorgt um uns, dass sie uns in Hamilton direkt bis vor die Tuer des Hostels gefahren hat.
Das Hostel, Eagle’s Nest, war richtig niedlich. Geführt wird es von einem schon relativ alten Ehepaar, die auch direkt mit im Hostel wohnen. Nein, man muss es eigentlich andersrum sagen, man kommt sich vor, als wenn man bei ihnen wohnt. Sehr kuschlig und gemütlich, schöne Kuche, Sofas und co.
Nach unserem erfolgreichen ersten Tag beim hitch-hiken sind wir abends mal wieder ins Kino gegangen. Mehr wäre in Hamilton wahrscheinlich eh nicht zu machen gewesen.
Heute früh hat uns Hugh, der Hostelbesitzer, dann ohne dass wir darum bitten mussten, aus der Stadt raus zu einem guten Spot gefahren. Leider regnete es heute schon den ganzen Tag und so haben wir gebetet, dass wir bald einen Ride kriegen würden.
11.05: Nach etwa 5 min hielt hinter uns Laura aus Hamilton an. Sie schien einfach Mitleid mit uns gehabt zu haben, da wir wie die begossenen Pudel an der Hauptstraße standen. Sie hat uns etwa eine halbe Stunde Richtung Norden mitgenommen. Sie arbeitet als Hebamme und war auf dem Weg zu einer Nachsorgeuntersuchung in Huntley.
11.35: Wir hatten gerade wieder unsere Rucksaecke geschultert, nachdem uns Laura abgesetzt hatte, als schon Kevin mit seinem Sportwagen anhielt, um uns direkt bis nach Auckland mitzunehmen. Es stellte sich schnell heraus, dass er einige Zeit auf Tonga und Samoa als Hotelmanager gearbeitet hatte und so konnte er mir natürlich gleich ein paar nützliche Tipps geben. Was für Zufalle es doch gibt. Sein Auto war definitiv das Beste mit dem wir gefahren wir und wir haben unsere Rucksäcke neben ziemlich teueren Golfschlägern im Kofferraum verstaut!
12.30: WE MADE IT: WIR SIND IN AUCKLAND ANGEKOMMEN!!!!
Rückblickend kann ich unsere Tramperfahrung als durchweg positiv bezeichnen und ich kann nun verstehen, warum einige Reisende in Neuseeland ausschliesslich trampen und nie den Bus nehmen.
Nun sind wir also zurück in Auckland, haben unsere Sachen im Hostel geparkt und müssen jetzt einige Stunden rumbringen bis wir spät abends zum Flughafen fahren, um dort dann nochmal ein paar Stunden zu warten bis wir morgen früh um 7 in getrennte Richtungen weiterfliegen.
Ellen, es war super mit dir zu reisen, schön, dass du noch bis zum Schluss geblieben bist. Unsere gemeinsamen Supermarkt Trips werden mir fehlen ;o)
Ich wünsche dir ganz viel Spass in Australien und Thailand und wir sehen uns dann ja sicher mal im Sommer in Norddeutschland, gell!
Ach und ich hab noch drei Worter für dich zum Abschied:
ONE
LANE
BRIDGE
;o)
An unseren letzten Tag in Wellington hatten wir mal endlich wieder richtig schönes Wetter und so haben wir uns kurzerhand an der Waterfront Inliner ausgeliehen und sind mit den Skates zwei Stunden am Hafen entlang und durch die City gedüst. Mal eine ganz andere, aber sehr angenehme Art sich eine Stadt anzugucken. Am Hafen war an dem Tag auch wirklich einiges los, Jogger und Fahrradfahrer ohne Ende.
Wir haben den restlichen Tag genutzt letzte Vorbereitungen fuer den Hitch-hike nach Auckland zu treffen, mal wieder Sachen auszumisten (”You girls are carrying too much stuff” - lässt grüssen!) und neu zu packen.
Wellington hat uns richtig gut gefallen, aber es wurde dann auch langsam Zeit für uns, uns auf den Weg nach Auckland zu machen, wir wollen ja schliesslich nicht unseren Flug verpassen, gell!
Gegen Abend kamen wir dann in Wellington an und mussten wieder einmal 20 min mit unseren Rucksäcken durch die Gegend eseln, bis wir bei unserem Hostel ankamen. Dort hatten wir uns die letzten 3 freien Betten telefonisch gesichert, mussten dann aber feststellen, dass sich in dem Zimmer am Tag zuvor wohl jemand übergeben hatte…so hat es jedenfalls gestunken. Da der Service im Hostel extrem schlecht war und es ewig niemanden interessiert hat, haben wir in den sauren Apfel gebissen, wieder unsere Rucksäcke geschultert und sind nun nächsten Hostel. Eigentlich wollten wir die grossen Hostels ja meiden, aber mit dem Wellywood Backpackers sind wir nun sehr zufrieden. Endlich mal ein Hostel, in dem man das Internet umsonst benutzten darf (ist sogar einigermassen schnell!).
So what can we say…Wellingtin gefällt uns richtig gut. DIe Stadt liegt am Meer, hat einen schönen Hafen und dann ist da natürlich das berühmte Te Papa National Museum. Und es ist zu Recht berühmt. Auf 5 Stockwerken gibt es viele sehr gute Ausstellungen rund um Wellington, Neuseeland im Allgemeinen, die Maoris, die Einwanderer und noch viel mehr.
Wir haben am ersten Tag gerade mal 2 von 5 Stockwerden geschafft. Aber man kann halt nur eine begrenzte Menge an Informationen auf einmal aufnehmen.
Vom Museum aus sind wir dann zum Parliament gelaufen, wo jede Stunde eine kostenlose Führung angeboten wird, die auch richtig gut gemacht war. Das Gebäude, in dem auch Hellen Clark ihr Büro hat, wird einfach nur the beehive genannt und wenn man es sich von aussen anguckt, dann weiss man auch warum ;o)
Wir durften auch auf den Sitzen der Maori Versammlung Platz nehmen und haben ein wenig über das neuseeländische Politiksystem gelernt.
Eher zufällig sind wir dann noch in eine Modenschau und eine Buchvorstellung geraten und haben die restliche Zeit damit verbracht für mich einen Reisefuehrer für Tonga und Samoa zu finden. In der kleinsten Buchhandlung in Wellington bin ich dann tatsächlich auch fündig geworden und informiere mich jetzt schon fleissig. Hab nämlich nicht wirklich einen Plan, was mich in nur noch 4 Tagen erwarten wird….go with the flow sag ich da nur!
Yvonne ist dann heute früh in Richtung Südinsel aufgebrochen und Ellen und ich haben uns erneut in Wellington vergnügt. Waren in der Cuba Street einkaufen, gibt dort wirklich sehr viele schöne und originelle Laeden, leider auch nicht ganz billig. So ist es bei uns eher bei Kleinigkeiten geblieben.
Danach sind wir dann mit dem berühmten Cable Car zum Botanischen Garten hoch- und wieder runter in die City gefahren.
Morgen werden wir nun noch in Wellington bleiben, es gibt hier wirklich einiges zu sehen, viele der Museum und Gallerien sind kostenlos und so tanken wir noch ein wenig Kultur ehe es wieder in Kürze an den Strand geht o)
Ab Samstag werden wir dann in 2 Tagen wieder hoch nach Auckland trampen, 666km…so ist zumindest der Plan. Wenn’s nicht so klappt, dann werden wir einfach irgendwo den Intercity Bus bis hoch nach Auckland nehmen, wollen ja schliesslich nicht unsere Flüge verpassen, gell!
Von Taupo aus sind wir mit dem Bus bis zur oberen Ecke des National Parks, genauer gesagt bis Taurangi gefahren. Mit Bryan von der Erua Lodge hatten wir abgemacht, dass er uns vom National Park Village, etwa 50km von Taurangi entfernt, abholt. Da der Bus von Taurangi nach National Park stolze $35 pro Fahrt gekostet hätte, haben wir uns spontan entschlossen, es wie viele andere Reisende in Neuseeland zu machen und einfach zu trampen.
Ein wenig komisch kamen wir uns dann schon vor, als wir zwei Trampneulinge da so mit Sack und Pack am Strassenrand standen…aber es hat sich bewahrheitet, was wir so bisher gehört hatten. Nicht mal 5 min mussten wir warten, bis uns ein netter Skilehrer direkt bis zum National Park Village gefahren hat.
Kurz darauf wurden wir dann von Andrew am National Park Village abgeholt und waren keine 10min später auf der Erua Lodge. Tja und dann begannen 3 sehr seltsame Tage…
Eigentlich ist es normal, dass man beim HelpExchange so etwa 4 Stunden pro Tag arbeitet und dann dafür Unterkunft und Essen umsonst bekommt. Klang für uns nach einem vernünftigen System. Aber was macht man, wenn man nichts zu tun bekommt?
Den ganzen ersten Tag haben wir uns recht seltsam gefühlt, weil unsere Fragen nach Arbeit immer nur mit einem Achselzucken beantwortet wurden. Gäste gab es an den Tagen eigentlich gar keine auf der Lodge, dafür waren noch Suzie und Chris aus England als HelpExchange da.
Den ersten Tag haben wir so fast gar nicht gearbeitet und uns deswegen auch etwas unwohl gefühlt, immerhin konnten wir vor und nach dem Essen die Küche aufräumen.
Der erste Abend fing dann noch sehr gut an, wir sassen alle zusammen in der Lounge, haben getrunken (Bryan hat uns ein Bier nach dem nächsten vor die Nase gestellt) und jede Menge Spass. Irgendwann hatte Bryan aber viel zu viel getrunken und wurde sehr seltsam. Auf einmal fing er an, ausfallend zu werden und hat darüber geschimpft, dass die helpexchange Leute immer sein Bier trinken würden. Zum Ende hin gabs dann sogar noch ein Missverstaendnis und er wollte Ellen und mich am nächsten Morgen rausschmeissen. Das hat sich dann allerdings noch geklärt, aber die Stimmung war auch noch am nächsten Morgen ziemlich im Eimer.
Immerhin konnten wir am nächsten Tag dann mal 4-5 Stunden arbeiten. Haben wieder die riesen Küche sauber gemacht, Fenster und Tische geputzt, gesaugt und dann noch Bryans Garage aufgeraäumt. Am Nachmittag sind wir dann zusammen mit den Engländern, die ein eigenes Auto hatten, in den nächsten Ort gefahren. Denn Erua besteht wirklich nur aus der Lodge, dem Backpacker und ein oder zwei Häusern daneben. In Ohakune haben wir dann leider erfahren müssen, dass wir das Tongariro Crossing, das für Dienstag geplant war, vergessen konnten. Das Wetter ist momentan im National Park so schlecht, dass die Shuttle schon gar nicht mehr fahren, weil es einfach zu gefährlich ist, bei dem Wetter zu laufen. Der Wind ist halt extrem stark und ab Donnerstag sollte auch schon der erste Schnee fallen.
So haben wir dann gemeinsam mit Suzie und Chris beschlossen nur noch den folgenden Tag auf der Lodge zu bleiben und dann am Dienstag schon weiterzufahren. Am Abend haben wir uns im hauseigenen super movie room eine DVD reingezogen, um nicht wieder in irgendwelche Saufgelage zu geraten. Haben uns da dann auch nochmal unser Bungyjumping Video angeguckt ;o) Classic!
Am letzten Tag haben wir uns zusammen mit Suzie und Chris zum Mt Ruapehu, dem grössten Vulkan im National Park, aufgemacht. Wir wollten immerhin für ein paar Stunden wandern gehen, wenn wir schon nicht das Crossing machen konnten. Allzuweit kamen wir aber nicht. Schon auf etwa 1600m war es so wolkenverhangen und neblig, dass man nur noch weiss gesehen hat. Also haben wir auf etwa 1200m eine dreistündige Wanderung zu einer der Bergshütten gemacht.
Der letzte Abend auf der Lodge war dann noch ganz nett, Bryan hat uns Gitarrenstunden mit Akustik- und E-Gitarre gegeben und wir haben noch so ganz nett zusammen gesessen.Trotzem waren wir am nächsten Tag froh, wieder fahren zu können. Es wär einfach anders gewesen, wenn wir wirklich was zu tun gehabt hätten und die beiden weniger getrunken hätten. Der erste Abend hat die Stimmung einfach echt ruiniert.
Dafür hatten wir aber immerhin für 3 Nächte ein Zweierzimmer und super leckeres Essen (Gemüse direkt aus dem Garten und so) umsonst.
Suzie und Chris haben uns dann auch gleich wieder mit nach Taurangi genommen, so konnten wir uns das Trampen bei Regen sparen. Knappe 6 Stunden sassen wir dann im Bus nach Wellington (und ausgerechnet da machte der Mp3 Player schlapp!). Und wie es der Zufall wollte, sass direkt in der Reihe neben mir Yvonne aus Irland, mit der ich schon Sydney für einige Tage ein Hostelzimmer geteilt habe. So haben wir für die meiste Zeit der Busfahrt unsere Reisegeschichten ausgetauscht und mal wieder festgestellt wie klein die Welt doch ist!