Am dritten und letzten Tag unserer Outback Tour mussten wir noch frueher als die 2 Tage zuvor aufstehen. Im Stockdunkeln hat Ben uns um viertel vor 5 aus den Betten…aehm…swags geholt. Fruehstueck war schon fertig, so dass wir relativ zuegig unsere Sachen zusammengepackt haben und die restlichen 50km zum Kings Canyon gefahren sind. Hier stand uns dann laut Ben das absolute Highlight der Tour bevor. Und er hatte absolut recht. Die Wanderung auf und in den Kings Canyon hat die anderen beiden Tage echt nochmal ueberboten.
Um den Kings Canyon zu besteigen mussten wir uns erst die Heart Attack Wall hochquaelen. Also spaetstens da waren wir dann alle so richtig wach. So einen steilen Aufsteig haben ich ja selten erlebt. Aber es hatte auch einiges fuer sich, denn nachdem wir den Teil hinter uns hatten konnten wir den weiteren Walk so richtig geniessen. Nachdem wir einige Zeit auf dem Rand des Canyons entlang gelaufen sind (und einige spektakulaere Bilder am Abhang gemacht hatten…also ich zumindest, mit lautem Geschrei der anderen im Hintergrund *lach*), sind wir hinab in den Garden of Eden gestiegen. Dort haben dann einige von uns, inklusive mir selbst natuerlich, ein Bad im Regenwasser Rock Pool genommen. Scheisse, war das Wasser kalt!!! Wir haben den anderen Touristen auf jeden Fall eine gute Show geboten als wir simultan vom Felsen am Rand ins Wasser gehuepft sind, und dann schreiend wieder aufgetaucht sind. Nach der Heart Attack Wall ist dies wohl im unguenstigsten Fall der Heart Attack Pool ;o(
Erfrischt und noch etwas feucht haben wir dann den zweiten Teil der Reise angetreten. Voellig unglaeubig stellten wir dann spaeter fest, dass wir gegen 10 Uhr bereits mit der Wanderung fertig waren….da fingen die meisten anderen Touristen ihre Wanderung gerade erst an. Lunch gab es an dem Tag dann auch etwas frueher und dann ging es auch schon wieder auf die lange Fahrt zurueck nach Alice Springs. Unterwegs haben wir allerdings noch kurz Stopp fuer einen Camel Ride gemacht. Eine Kamelsafari steht definitiv nicht auf meiner imaginaeren Travel List. Man, die Dinger sind unbequem!
Zurueck in Alice Springs hatten wir alle Zeit (und es auch dringend noetig) zu duschen und dann hat sich die ganze Gruppe noch einmal in der Rock Bar zu einer Abschlussfeier versammelt. Die Gruppe war einfach echt super und die Tour an sich meine Beste bisher in Australien. Es ist echt schade, dass wir am Tag danach in komplett verschiedene Richtungen verstreut wurden!!
Nachdem an ersten Abend der Alkohol doch recht gut geflossen war, fiel es natuerlich um so schwerer am Morgen um 5 wieder aufzustehen. Ben hatte einige Schwierigkeiten alle von uns wach zu ruetteln. Aber da keiner von uns den Sonnenaufgang am Uluru verpassen wollte, haben wir uns schiesslich doch alle aus unserem “swags” (Biwaks) gequaelt. Beim Toast, Cornflakes, Tee und Kaffee haben wir dann die Sonne am Uluru aufgehen sehen. Allerdings haben wir wieder am Sunset Point geparkt, was mich leicht geaergert hat, da wir von der anderen Seite sicher noch eine schoenere Sicht gehabt haetten…Ah well…
Nach dem Fruehstueck ging es dann gleich weiter zu den Olgas, auch Kata Tjuta genannt, die aus dem selben Stein sind wie der Uluru, aber eben eine Felsengruppe und nicht nur ein einzelner Felsen. Der Vorteil der Olgas ist, dass man hier direkt zwischen, auf und um die Felsen wandern kann, was wir dann auch direkt getan haben. Nach dem 10km walk vom Vortag standen uns jetzt nochmal knapp 8km bevor. Zum Glueck war es noch nicht so heiss, da wir ja relativ frueh aufgebrochen sind. Die Olgas haben mir direkt schon besser gefallen als der Uluru, sie sind einfach vielfaeltiger und die Aussicht unterwegs war wirklich super. Mittelpunkt der Wanderung war das Valley of the Winds, eine Schlucht zwischen den einzelnen Felsen der Olgas. Die Wanderung war vom Schwierigkeitsgrad schon einiges hoeher als der base walk um den Uluru, aber wirklich noch gut machbar.
Fuer den zweiten Abend haben wir unser Camp in der Naehe vom Kings Canyon aufgeschlagen, was wieder einige Stunden Busfahrt bedeutete. Aber wir haben uns die ganze Zeit sehr gut im Bus unterhalten. Unser Guide Ben haette im Uebrigens nicht australischer sein koennen. Jedes zweite Wort war “shit” “no worries” “mate” oder “too easy”, was mit der Zeit eine Art Eigendynamik innerhalb der Gruppe entwickelt hat. Wann immer Ben irgendwas gesagt hat, war die einstimmige Antwort von uns “no worries mate” oder “let’s do this shit!, was Ben offensichtlich genauso amuesiert hat wie uns auch.
Auf dem Weg zum Camp haben wir dann noch ein wenig Feuerholz gesammelt. Die Anweisung von Ben war dabei : “Okay mates, just shake the shit out of one of these trees!” Einstimmige Antwort:” Oh no worries mate, that’s too easy!”
Im Camp angekommen gab es dann Dinner in Form von gegrilltem Kaenguruschwanz. Die Reaktionen der Maedels waren zum Bruellen als sie realisierten, dass wir die ganze Zeit mit einem abgehackten, haarigen Kaenguruschwanz in der Kuehlbox durch die Gegen gefahren sind. Ich muss allerdings sagen, dass Kaenguru echt gut schmeckt :o)
Der Sternenhimmel in dieser Nacht war uebrigens einer der schoensten, die ich bisher gesehen habe…so vollkommen ohne Licht um einen herum funkeln die Sterne unglaublich hell. Musste mich in der Nacht einige Mal echt zusammenreissen, um nicht vollkommen ueberwaeltigt die anderen aufzuwecken. Das Schlafen in den Swags war uebrigens eine sehr geile Sache, ich hab selten so gut geschlafen…muss die frische Outbackluft sein:o)
Am Abend vor dem Start der Outback Tour hatte ich im Toddy’s Hostel schon gleich zwei englische Maedels kennengelernt, die mit mir in der gleichen Tour sein wuerden. Aber nicht nur wir drei, sondern auch die anderen drei Dormmitbewohner sind am naechsten Morgen zu einer Outback Tour aufgebrochen, so dass wir alle zusammen morgens um 5 Uhr aufgestanden sind. Um 6 Uhr wurden wir naemlich schon mit dem Tour Bus abgeholt. Da die Rock Tour Company fuer den Tag so viele Buchungen hatte, wurden wir auf 2 Touren aufgeteilt. Unsere Tour war damit eine back to front tour, damit jeweils nur eine der Gruppen in den Nachtquartieren war.
Das hiess auch, dass uns am ersten Tag eine ziemlich lange Busfahrt erwartete, da wir gleich ganz durch mit zum Uluru (Ayers Rock) gefahren sind. Normalerweise kommt man erst am Abend des zweiten Tages dorthin.
Im Bus stellte sich schon nach kurzer Zeit heraus, dass die Gruppe einfach nur super war. Insgesamt waren wir 17 Traveller plus Ben, unserem Guide, der im Outback aufgewachsen ist und sich dementsprechend gut dort auskannte. Aber die Chemie innerhalb der Gruppe hat echt gut gepasst, alles sehr nette und relaxte Leute.
Auf dem Weg zum Ayers Rock haben wir dann hin und wieder an Outback Pubs und Roadhouses Zwischenhalt gemacht und schon da bemerkten wir alle das erste Problem im Outback…FLIEGEN! Die Mistviecher sind doch tatsaechlcih verdammt hartnaeckig und setzen sich ueberall auf Gesicht und Koerper. Danke Mama an dieser Stelle fuer das Fliegennetz, dass ich jetzt schon Monate lang mit mir herumschleppe und das nun endlich mal zum Einsatz kam. Was fuer eine lohnende Investition!!
Am fruehen Nachtmittag kamen wir dann am Uluru an. Es war ein wirklich bewegender Moment als ich zum ersten Mal den Felsen in der Ferne gesehen habe und besonders als man dann direkt davor stand. Aber bevor wir um den Uluru gewandert sind haben wir zunaechst einen Stopp in Culture Centre gemacht, um ein wenig ueber die Kultur der Ureinwohner zu lernen.
Danach konnte es dann mit reichlich Wasser bewaffnet endlich losgehen. Um den Uluru zu umrunden, muss man satte 10km laufen. Ben hatte uns die Option gelassen einen half walk zu machen, der wir sind alle die gesamten 10km gelaufen. Man ist schliesslich nicht jeden Tag am Uluru.
Die Wanderung auf den Felsen war an diesem Tag wegen zu starken Windes gesperrt, ich waer aber ohnehin aus Respekt vor den Ureinwohnern nicht auf den Berg gestiegen.
Der Uluru sieht von nahem uebrigens ganz anders aus als man es erwarten wuerde, die Oberflaeche sieht fast ein wenig schuppig aus. Aus der Ferne scheint er ja eher Rillen in der Oberflaeche zu haben. Auf jeden Fall ist der Rock einiges groesser als man es erwartet haette.
Nach unserem Base Walk sind wir weiter zum Sunset Point gefahren, um und den Sonnenuntergang anzuschauen. Da wurde einem dann auch bewusst, was fuer ein wahnsinniger Touristenmagnet der Uluru ist, denn neben unserem Bus standen noch etwa 20-30 grosse Touristenbusse am Sunset Point, die ihre Reisenden mit Champagner und Haeppchen beglueckten. Das war fuer mich auch der Grund weshalb ich urspruenglich gar nicht unbedingt vorhatte ins Outback zu fliegen.
Der Sonnenuntergang war leider wirklich schon, auch wenn ein wenig zu viele Wolken am Himmel waren.
Am Ende einer langen ersten Tages haben wir im Uluru National Park unsere Biwaks ausgerollt, um unter freiem Himmel zu schlafen. Allerdings waren die meisten von uns dann doch spaeter im Bett als geplant, da ich noch die grandiose Idee hatte das “Slap Drinking Game” von dem Whitsundays Trip zu spielen. War ein voller Erfolg ;o)