June 28, 2007

Kajak Trip nach Vientiane

Category: Laos, Vang Vieng, Vientiane – Sarah – 5:14 pm

Pfff…mit dem Bus zurueck nach Vientiane fahren…das kann ja jeder! Fuer uns musste etwas spektakulaereres her! Also haben wir beschlossen mit dem Kajak nach Vientiane zurueck zu fahren. Natuerlich nicht die ganze Strecke, das waere etwas uebertrieben gewesen, aber zumindest einen Teil davon.
Touranbieter fuer diese Art Tour gibt es in Vang Vieng wie Sand am Meer und Lia und ich haben etwa 8 - 10 verschiedene abgegrast und verschiedene Angebote eingeholt bevor wir uns dann fuer den billigsten Anbieter entschieden haben.
Die Planung sah wie folgend aus:
9.30 Start in Vang Vieng, Fahrt mit dem Pickup fuer ca. 40 Kilometer bis zum Sam Lik Fluss
Dann ca. 4 Stunden lang kajaken mit Lunchpause zwischendurch und dann nochmal etwas kajaken und dann den Rest der Fahrt mit dem Pickup nach Vientiane.
Von dort wollten wir dann gleich am selben Abend den Nachtbus nach Bangkok nehmen, um Geld und Zeit zu sparen.
Klang auch alles sehr simpel und sollte laut der Agentur auch kein Problem sein.
Am Tag X hat es dann allerdings wie aus Kuebeln geregnet und da der Pickup offene Seiten hatte war ich schon vollkommen durchnaesst als wir am Fluss ankamen. Bei jeder Rechtskurve lief mir etwa ein Liter Regenwasser vom Dach in den Ruecken. Nachdem ich es die ersten 5 Minuten genossen habe, dass mir zum ersten Mal in Asien so richtig kalt ist, war es nach den besagten 5 Minuten bis zum Ende des Fahrt kein Spass mehr.
An der Ablegestelle angekommen haben wir unsere Schwimmwesten, Helme, Paddel und ein paar grundlegende Instruktionen bekommen, die sich etwa so anhoerten:
When your boat tips over, pull in your legs, hold on to the boat and your paddle and most importantly - get back in the boat quickly!!
Da waren wir ja noch relativ gelassen, ich hatte ja noch etwas Kajakerfahrung von meinem Trip auf der Ardeche in Frankreich, aber als Lia dann fragt ob Leute denn oft kentern wuerden und des Guide “Yes! Very often!” antwortete, da war uns schon nicht mehr ganz so gut zumute.
Die erste halbe Stunde war das Wasser sehr ruhig und wir konnten uns an das paddeln gewoehnen ( Lia und ich sassen zusammen in einem Boat), danach kam dann gleich die erste und rueckblickend auch die heftigeste Stromschnelle.
Lia und ich waren gerade mal fuer ein paar Sekunden in der Stromschnelle als wir mit dem Boat umgekippt sind. Es ist gar nicht mal so einfach gleichzeitig daran zu denken, dass man die Beine ranziehen soll, das Paddel festhalten muss und sich dann ja auch noch selbst am Boot festhalten muss. Besonders wenn einen gleichzeitig die Schnallen von der Schwimmweste und vom Helm fast erwuergen weil das Wasser mit einer derartigen Kraft an einem zieht. Wir dachten irgendwie auch, dass wir so haengend durch die Stromschnelle schwimmen koennten, aber unser Guide kam angepaddelt und hat nur geschrien : GET BACK IN THE BOAT…QUICKLY…THE BIG RAPID IS COMING! Und ich Dummerchen dachte die ganze Zeit, dass das schon die Stromschnelle waer. Und da ich ja meiner Mama versprochen hatte auf der Weltreise nicht zu sterben, blieb uns wohl nix anderes uebrig als auf den Guide zu hoeren ;o)
Wir sind also irgendwie wieder in unser Boat geklettert, um dann 20 Sekunden spaeter gleich wieder zu kentern.
Dafuer sind wir dann aber fuer den Rest des Trip nicht mehr umgekippt. Wir haben halt ein bisschen geuebt am Anfang ;o)
Rico musste alleine in einem Kajak sitzen, damit Ossi mit dem Guide fahren konnte, und den Armen hat es bei jeder Stromschnell mindestens einmal aus dem Boot geholt.
Auf der Haelfte des Trip gab es dann eine kleine Pause und ein sehr leckeres Mittagsessen. Danach ging es dann relativ ruhig bis zum Schluss. Von der Anlegestelle aus sind wir dann mit einem Pickup nach Vientiane gefahren und zum zweiten Mal an diesem Tag in ein richtiges Monsununwetter geraten. Meine Klamotten waren durch den Fahrtwind gerade getrocknet als der Regen wieder anfing.Damn it!
Zu dem Zeitpunkt daemmerte es uns auch langsam, dass wir das ganze nicht richtig durchdacht hatten. Es wurde zeitlich alles so eng, dass wir nicht mal wussten, ob wir noch Zeit haben wuerden, vor der Busfahrt noch trockene Klamotten anzuziehen.
Eigentlich hatte man uns gesagt, dass wir direkt zum Busterminal gefahren wuerden, aber dem war dann auf einmal doch nicht so. Der Pickup, der nicht direkt zur Agentur gehoerte wollte uns einfach mitten in Vientiane raussetzen, von einem Busterminal weit und breit nix zu sehen. Der Typ fing dann an unsere Rucksaecke abzuladen, waehrend wir noch lautstark versuchten ihm verstaendlich zu machen, dass es so nicht laufen wuerde. Rico hat dann einen richtigen Tobsuchtsanfall bekommen und unsere Rucksaecke kurzerhand wieder auf den Pickup geladen, woraufhin der Typ dann auch weiterfuhr. Allerdings nur um zwei Ecken wo er inmitten von rotem Schlamm anhielt und nun engueltig nicht weiterfahren wollte. Zum Glueck kam dann eine Thailaenderin um die Ecke gebogen, die fuer uns uebersetzen und uns erklaren konnte, dass wir erst zu einer anderen Agentur in Vientiane muessen um von dort mit einem Minibus bis zur Grenze zu fahren uns dann in den richtigen Bus einzusteigen. Die Agentur war zum Glueck auch direkt um die Ecke und wir hatten sogar noch Zeit trockene und warme Kleidung anzuzuziehen.
So sind wir dann eine halbe Stunde spaeter zum dritten Mal innerhalb von etwa 2 Wochen nach Thailand eingereist und haben dann auch unseren Bus nach Bangkok erwischt. Ich hatte es ja schon nicht mehr kommen sehen!
Die Busfahrt war sehr angenehm, da wir viel Platz im Bus hatten und uns entsprechend verteilen konnte.

Vor der Abfahrt...es regnet in Stroemen...der Monsun hat jetzt voll eingesetztKleine Lunchpause nach den schlimmsten StromschnellenJa ich lebe noch...etwas knapp war es schon!Lia scheint das genauso zu sehen! ;o)Dafuer gabs nach der Ankuft nen schoenen AusblickReisfelderGenauso stellt man sich doch Asien vor, oder?