Also ich scheine gerade einen lichten Moment hier im Internetcafe in Nuku’alofa, der Hauptstadt von Tonga erwischt zu haben, das Internet hat doch tatsaechlich meine Homepage vollstaendig geladen!
Heute ist nun schon der letzte Tag fuer mich auf Tonga, heute Abend fliege ich weiter nach Samoa.
Meine Zeit in Tonga war auf jedenfall sehr erlebnisreich und ganz anders als sich die meisten einen Trip auf eine Suedpazifikinsel vorstellen.
Besonders die Hauptinsel Tongatapu ist nicht gerade das,was man tuerkisblaues Meer und meilenweite goldene Sandstraende nennt, aber das war mir zum Glueck schon bewusst, bevor ich hierher geflogen bin.
DIe Ankunft am Flughafen war schon mal spektakulaer, das Flugzeug wurde von hunderten von tonganischen Kindern auf der Aussichtsplattform des Flughafens begruesst!
Ich wurde direkt von Toni am FLughafen abgeholt, in seinem Guesthouse habe ich die ersten Naechte geschlafen, wie es der Grossteil der Backpacker in Tonga macht.
Das Wetter lies leider sehr zu wuenschen uebrig, es hat geschuettet wie aus Kuebeln.
Am naechsten Tag habe ich mit einigen anderen Travellern Toni’s beruehmte Tour ueber ganz Tongatapu gemacht. Sein englischer Tour war dabei wirklich unschlagbar. So haben wir die Blowholes, einige Straende, Graeber, Felsboegen, eine mehrkoepige Kokosnusspalme ( angeblich die einzige der Welt) und den Stonehenge aehnlichen Trilithon gesehen.
Am naechsten Morgen wollte ich dann mit Alex, einer anderen Deutschen und einem australisch-neuseelaendischen Parchen nach Eua, einer der anderen Insel. Also haben wir uns mit Sack und Pack zur Faehre fahren lassen nur um dann gesagt zu bekommen, dass die Faehre gecancelt worde ( “there is something wrong with the red boat, but the blue boat will leave tomorrow!”). Joah gut…dann eben nicht nach Eua, sondern zurueck zum Hostel. Ich hab’s gelassen genommen…in Tonga laeuft eben alles etwas anders ;o)
So haben wir dann den Tag wieder in Nuku’alofa downtown verbracht, was ehrlich gesagt ein ziemliches Drecksloch ist, aber nach dem Schock vom ersten Tag hatte man sich daran auch schon fast gewoehnt.
Am naechsten Tag ging es dann erstaunlicherweise wirklich mit dem blauen Boot nach Eua, wer haette das gedacht. Eua unterscheidet sich wesentlich von den anderen tonganischen Inseln, ist auch entstehungsgeschichtlich einige Millionen Jahre aelter als der Rest.
Die Ueberfahrt in der nicht wirklich vertrauenserweckenden Faehre hat dann ca. 3 Stunden gedauert und war erstaunlich ruhig. Ich hatte ja schon ein wenig Angst wieder seekrank zu werden. In Eua angekommen goss es mal wieder so richtig, zum Glueck wurde ich gleich am Hafen von den Besitzern von Taina’s Guesthouse abgeholt. Klitschnass war ich trotzdem…
‘Eua ist bekannt fuer sein besonders angenehmes Klima und den Eua National Rainforest, der einige riesige Banyan Trees, Sinkholes und Lookouts zu bieten hat. Das war fuer auch einer der Gruende, weshalb ich mich fuer diese Insel entschieden hatte. EIne Woche lang am Strand liegen ist mir dann doch zu langweilig!!
So bin ich dann also am naechsten Tag hoch motiviert und in Begleitung von Lexi, einem von Taina’s Hunden, in Richtung Rainforest losgestiefelt. Stiefel, ja das ist ein gutes Stichwort…Regenstiefel haette ich gut gebrauchen koennen…innerhalb von 15 min fing es mal wieder so richtig an zu schuetten und die Tracks waren ohnehin schon matschigen Tracks haben sich in grosse Seen von brauner Pampe verwandelt. Und wenn ich Tracks sage, dann meine ich eigentlich nonexistente Wege, die dann statt zu den Sehenswuerdigkeiten einfach irgendwo im Nirgendwo enden. Nach einer Weile war ich dann so nass und frustriert, dass ich beschlossen habe umzukehren. Konnte zum Glueck dann auch gleich bei einem Tonganer auf dem Pickup mitfahren. Er kam gerade von der Buschorangenernte und so hatte ich dann unterwegs auch gleich noch einen kostenlosen Snack. Die Tonganer sind ohnehin sehr sehr freundlich…ein Laecheln wird immer erwidert.
Da ich ja ohnehin schon total nass war, habe ich mir gleich noch ein Fahrrad ausgeliehen und bin damit dann durch die Strassen ‘Euas geduest, natuerlich nicht ohne staendige Belgeitung von tonganischen Jungs :o) Zwischendurch bin ich sogar noch von einem Schwein gejagt worden…war wohl ein Weibchen, dass durch meine Fahrweise seine Jungen gefaehrdet sah. Ups!
Hab dann auch gleich noch Alex besucht, die in einer anderen Unterkunkt abgestiegen war.
Auf dem Rueckweg traute ich dann kaum meinen Augen als am Strassenrand ein Schild mit der Aufschrift “Internetcafe” stand, dass einfach so in den Regenwald zeigte. Aber tatsaechlich, nach 2 min kam ich an einer kleinen Huette an, in der 4 PCs standen, die dann auch noch erstaunlich schnell waren. Was es nicht alles gibt!
Neben dem Internethuettchen stand noch ein kleines Haus und eine Art Huette nebenan, in der ein Tonganerin auf offenem Feuer Essen kochte. Zu meiner Ueberraschung wurde ich dann auch noch direkt zum Essen eingeladen. Es gab Yams, Suesskartoffel und eine Art Nudel-Huehner-Eintopf. Ach ja und fuers Internet musste ich auch nicht mehr bezahlen..echt super!
Am naechsten Tag war dann das Wetter endlich mal richtig genial und ich hab mich aufgemacht die 5km bis zum Strand zu laufen…hm gelaufen bin ich davon dann vielleicht gerade mal 500m, weil mich sofort wieder ein netter Tonganer in seinem Auto mitgenommen hat. Hatte dann ueber 5 Stunden lang einen super schoen Strand ganz fuer mich alleine. Wunderbar! Zum Schwimmen war’s allerdings etwas zu steinig, aber immerhin hab ich mich so schon mal etwas vorbraeunen koennen fuer Samoa. Auch auf dem Rueckweg hat mich dann gleich wieder eine Tonganische Familie mitgenommen, wir mussten allerdings noch einen kleinen Umweg durch den Busch machen, um nach Kuh und Kaelbchen zu gucken ;o)
Samstagabend hat Taina mich dann mit in die Inseldisco genommen. Man stelle sich das folgendermassen vor: eine grosse Halle mit Discobeleuchtung, ein Mix aus amerikanischen HipHop, R&B und tonganischer Musik und dann an der Stirnseite der Halle ein rotes Kreuz aus Lichtern, dass passend zum Rhythmus der Musik blinkte. Abgefahren!
Als wir ankamen war es noch relativ leer, aber schnell sprach sich dann rum, dass da eine “palagi” (Weisshaut - sprich : ich!) in der Disco ist und nach kurzer Zeit war ich von tonganischen Jungs umzingelt. Taina hat’s amuesiert, ihre beiden Toechter haben probiert mir die Verehrer vom Hals zu halten und mir wurde es nach einer Stunde ziemlich anstrengend!
Kurz vor Mitternacht kam dann die Polizei, um sicher zu gehen, dass puenktlich zum Sonntag die Musik ausgestellt wurde.
Sonntagfrueh bin ich dann zusammen mit Taina in die Church of Tonga. Da ich nix passendes zum Anziehen hatte, hat Taina mich kurzerhand eingekleidet. So bin ich dann kurze Zeit spaeter in tonganischer Montour ( eine Vision in rot sage ich nur!) komplett mit passender Blume hinterm Ohr in die Kirche maschiert und war mal wieder Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Kam auch gleich noch in den Genuss, den Maennern bei der Kavazeremonie den Kava servieren zu duerfen.
Der Gottesdienst war ziemlich krasse Erfahrung, ich hab ueberhaupt nichts verstanden, weil alles auf tonganisch war, aber der Pastor hat sich bei der Predigt dermassen in Rage geredet, dass einem ganz anders wurde.Er ist bei seiner Predigt so emotional mitgegangen, dass ihm teilweise sogar Traenen uebers Gesicht liefen. Die Gesaenge waren wunderbar, die Tonganer sind Meister im Harmoniegesang. Da sitzen vielleicht 40 Leute in der Kirche, aber die singen so laut als wenn es mindestens 100 waeren. Und da es so viele Kirchen gibt, kann man parallel auch die Gesaenge der anderen Kirchen im Umkreis hoeren.
Montagfrueh habe ich dann die Faehre um 5 Uhr frueh zurueck zum Festland genommen, nachdem die Fahre am Samstag ja mal wieder gecancelt war. Es war noch stockdunkel als wir am Hafen ankamen und so konnte man kaum sehen wer mit einem auf dem Boot fuhr. Licht gibt es naemlich, ausser einem kleinen Scheinwerfer, keines auf dem Boot. Nach einigen Minuten der Fahrt stellte ich so also erschreckt fest, dass unter meinem Sitz ein kleines Ferkel festgebunden war. Hinten in der Faehre waren noch 2 grosse Bullen geladen und ansonsten neben viel zu vielen Menschen natuerlich auch noch jede Menge Bananen, riesige Yams und Suesskartoffeln, Kokosnuesse, Buschorangen und noch jede Menge anderes Zeug.
Obwohl der Sonnenaufgang unterwegs sehr schoen war, war ich doch froh als ich wieder festen Boden unter den Fuessen hatte.
Die restlichen 2 Tage habe ich dann wieder auf der Hauptinsel Tongatapu verbracht. Man merkt wirklich wie klein Tonga ist, nach nur einer Woche gab es eine Reihe von Leuten, die mich sogar mit Namen kannten und mit denen man auf der Strasse schnell einen kleinen Chat gehalten hat. Am vorletzten Abend ist dann auch noch der Koenig von Tonga mit seinem Auto (sieht aus wie ein Londoner Taxi) an mir vorbei gefahren.
Am letzten Tag durfte ich dann auch noch per Zufall eine tonganische Grundschule besuchen, bin naemlich mit dem Direktor ins Gespraech gekommen und so hat er mich durch die Klassen 1 bis 6 gefuehrt, wo ich jeweils sehr aufgeregt von den Schuelern begruesst wurde.
Alles in allem war Tonga eine super Erfahrung, vielleicht nicht so wie man sich die Suedsee so vorstellt, aber dafuer ein unglaublich freundliches und kulturell interessantes Land!
















































